wesersteig, frankfurt/m

aktionen zur belebung des straßenraums vor der obdachloseneinrichtung „weser5“, 2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ecke Weser-/Gutleutstraße liegt das Diakoniezentrum WESER5. Zwischen Bahnhof und Banken 5 Hilfsangebote für Menschen ohne Wohnung: Tagestreff, Straßensozialarbeit, soziale Beratungsstelle, Notübernachtung, Übergangswohnhaus. Hier können sich Menschen, die sonst in Frankfurt ungeschützt leben, sicher fühlen. Keine Insel, vielmehr eine Ecke, an der das Scheitern von Lebenswegen respektiert und thematisiert wird, wo der nächste Schritt begleitet wird, auch wenn sich zum Teil nicht viel ändert.

Trotz der Krise der Stadt gilt es, wieder ein Verständnis des Sozialen zu entwickeln, das nicht nur als eine Kultur der Probleme erscheint, sondern als Erfahrungs- und Möglichkeitsraum.
Ein orangefarbenes Podium fügt sich als Adapter in die gegebene Situation ein. Es verknüpft die Elemente des öffentlichen Straßenraums mit der Zugangssituation zur Kirche und provoziert damit alternative Nutzungen und neue ästhetische Zusammenhänge. Die Freitreppe zum Kirchenraum im ersten Stock wird Teil des Schauplatzes. Ihr Antritt mündet in die orangene Fläche und wird selbst zur Tribüne. Der Zaun verläuft über das Podest in der Manier eines Bühnenelements. Die Zaunoberkante, vormalig auf Augenhöhe, wandert auf die Höhe eines Bartresen.

Der Steig wurde gemeinsam mit Nutzern und Freunden des Diakoniezentrums als einfache Holzkonstruktion erstellt. Wie bei einer Verkehrsinsel ergibt sich beim Wesersteig die Außenkontur aus der Steuerung der Verkehrsströme. Der gewohnte Tagesablauf wird von dem Rhythmus der Wesersteig-Veranstaltungen überlagert, verzerrt und gestört. Die herbeigeführten Kollisionen sind vielfältig: Irritation, Neugier, Diskussion... Sie bedeuten Stadtleben.

 

 


 


➔ diakonischeswerk-frankfurt.de/weser5